Grundlegendes zu Aufstellungen
Systemische Aufstellungen gibt es in vielfältiger Form für die unterschiedlichsten Anliegen. Bei jeder Form der Aufstellung werden Stellvertretungen für Personen, eigene innere Anteile, oder Konzepte ausgewählt und von der Klient:in aufgestellt; so, wie es sich für die Klient:in passend anfühlt. Ganz organisch entwickelte sich bei unseren Aufstellungstagen die Tradition, dass wir den Teilnehmenden nach der letzten Aufstellung mit Anliegen kleine, stärkende Aufstellungsübungen angeboten haben. Um mehr über diese Aufstellungsübungen zu erfahren, bitte hier klicken. Die Aufstellungen können im Einzelsetting und mit einer Gruppe durchgeführt werden. Jede Aufstellungsgruppe ist ein geschützter Rahmen, in dem sich alle Menschen mit ihren Themen sicher fühlen sollen, weshalb auch ohne die gesetzliche Schweigepflicht für Teilnehmende alle dazu angehalten sind, sich verschwiegen zu verhalten. Sollten Sie sich mit ihrem Thema dennoch scheuen vor einer Gruppe zu sprechen, gibt es die Möglichkeit die Anliegenklärung zuvor im Einzelsetting durchzuführen. In der Gruppe wird Ihre Aufstellung dann verdeckt durchgeführt, so dass nur Sie selbst und die Beraterin / der Therapeut wissen, welche Person welche Stellvertretung übernimmt. Nun beschreiben wir den typischen Ablauf einer Aufstellung in der Gruppe. Um zu den Aufstellungen im Einzelsetting mehr zu erfahren, bitte hier klicken.
Wenn die Aufstellungen in einer Gruppe durchgeführt werden, werden die Stellvertretungen aus den anwesenden Personen ausgewählt. Hier zeigt sich dann das Phänomen der repräsentierenden Wahrnehmung, indem Gefühle und Empfindungen in dieser Stellvertretungsrolle wahrgenommen werden. Diese Wahrnehmungen, dieses Eigenleben, innerhalb der Aufstellungen, wird je nach Aufstellungsmethode anders genutzt. Bei den Systemischen Strukturaufstellungen werden die Stellvertretungen viel nach ihren Empfindungen gefragt und es wird vor Ort, zusammen mit der Klient:in, reflektiert. Bewegungen werden dort nur in geringem Maße und auch nur in Absprache mit der Klient:in vorgenommen. Bei den Systemisch-Phänomenologischen Aufstellungen wird wesentlich weniger gesprochen und die Stellvertretungen können durchgehend ihren Bewegungsimpulsen nachgehen. Somit ist die über die repräsentierende Wahrnehmung stellvertretende Struktur in ihren Dynamiken frei, natürlich nicht ohne lösungsorientierte Impulse der Beraterin / des Therapeuten.
Alle Aufstellungen sind eine hervorragende Methode um bestimmte Themen zu visualisieren und auch, um diese Themen aus einer Meta-Perspektive heraus zu betrachten. Zudem werden Verstrickungen deutlich, die das Anliegen der Klient:in zu ihren Ungunsten hin beeinflussen, welche durch die Aufstellungsarbeit dann auch gelöst werden können. Die Erfahrung zeigt, dass die repräsentierenden Wahrnehmungen auch für die Klient:innen Sinn ergeben, die Veränderungen die im Laufe der Aufstellung passieren, werden als starke emotionale Impulse aus der Aufstellung mit ins „echte Leben“ genommen. Ganz grundsätzlich sind Aufstellungen eine äußerst effektive Methode, um Veränderungen nicht nur kognitiv, sondern auf einer tieferen, emotionalen Ebene, zu erreichen. Auch wenn hierfür noch keine wissenschaftlich überprüfbare Theorie entwickelt wurde, so zeigt die Erfahrung auch, dass manchmal auch bei Menschen welche nicht anwesend waren, sondern für die Stellvertretungen aufgestellt wurden, Veränderungen stattfanden… passend zu dem, was in der Aufstellung passierte.
Eine kurze Erläuterung zu den Aufstellungsübungen. Dies sind keine klassischen Aufstellungen, sondern kurze Übungen, die die Ressouren und Stärken der Teilnehmer:innen abbilden und ins Bewusstsein rufen können. Diese Übungen sind so vielfältig wie unsere Leben und Erfahrungen. Es können beispielsweise die Ahnen einer Teilnehmer:in ohne ihr Schicksal aufgestellt werden. Hierbei wird das liebevolle Potential der Familie fühlbar, selbst wenn Traumatisierungen der echten Ahnen dazu führten, dass sie dies kaum an ihre Kinder und Kindeskinder weitergeben konnten und negative Verhaltensweisen präsenter waren. Ebenso ist es möglich, sich bestimmte eigene Ressourcen, selbst bisher unbekannte Ressourcen, aufzustellen, und sich diese einmal genauer anzusehen. Eine energetisierende und Kraft weckende Erfahrung. Dies ist nur eine kleine Auswahl an Beispielen, welche Übungen an unseren Seminartagen bereits durchgeführt wurden. Es gibt kein vorgefertigtes Skript, sondern Angebote und ein Vertrauen auf die Impulse der Teilnehmer:innen, selbst spüren zu können, was ihnen in diesem Moment gut tun wird.
Auch im Einzelsetting können Aufstellungen durchgeführt werden, welche sowohl von Andrea Wruck, als auch von Benjamin Greufe in ihren Einzelberatungen angeboten werden. Diese Aufstellungen werden entweder auf einem Tisch durchgeführt, bei dem Holzfiguren, Steine und Knöpfe repräsentierend auf dem sogannten Systembrett genutzt werden. In dieser Methode steckt die größte Übersichtlichkeit aller Aufstellungsmethoden, da die Klient:in am stärksten in der beobachtenden Meta-Perspektive verbleibt. Eine andere Möglichkeit ist es, ähnlich einer Aufstellung mit Menschen, im Raum verteilt Karten als Repräsentanten zu verteilen und sich dann nach und nach auf diese Karten zu stellen und sich dort hineinzufühlen. Die Informationsdichte und Gefühlsintensität kann hierbei annähernd so hoch wie bei Aufstellungen in der Gruppe sein.